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Tau- und Schwitzwasser an Glas und Bauteilen

 

Schwitzwasser
Unter bestimmten Klimaverhältnissen können sowohl Glas als auch die Rahmen sowie andere Bauteile "schwitzen".

Dies ist dadurch zu erklären, dass warme Luft wesentlich mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann als kalte. Beim Zusammentreffen der warmen Luft mit einer kühlen Oberfläche, kühlt diese Luft ab und diejenige Feuchtigkeitsmenge, die bei der niedrigen Temperatur nicht mehr aufgenommen werden kann, wird dort als Schwitzwasser sichtbar. Diese Erscheinung tritt besonders dann auf, wenn hohe Feuchtigkeit und tiefe Außentemperaturen zusammenkommen. Hohe Luftfeuchtigkeiten treten vorwiegend in Bädern, Küchen und Schlafräumen auf, aber auch in Wohnräumen, wenn sich darin viele Pflanzen befinden.

Das Schwitzwasser zeigt sich besonders im unteren Bereich der Isolierglasscheibe, wenn die von Heizungen aufsteigende Warmluft wegen vorstehender Fensterbänke diese Fensterfläche nicht erreicht. Voraussetzung, das diese Erscheinung möglichst nicht auftreten kann, ist richtiges Lüften.

 

Tauwasser an Glas
Taupunkttemperaturen können am Glas an verschiedenen Stellen auftreten:

Taupunkttemperatur im SZR von Isolierglas

 

Eine neue Isolierglas-Einheit soll über eine Taupunkttemperatur im SZR von < -60°C verfügen. Diese Temperatur, die nach DIN 52 345 bestimmt wird, ist ein wesentliches Qualitätsmerkmal und sichert eine lange Lebensdauer des Isolierglases.

 

Taupunkttemperatur der raumseitigen Scheibenoberfläche

 

Zur Tauwasserbildung auf der raumseitigen Scheibenoberfläche kann es kommen, wenn Warmluft plötzlich an einer kalten Scheibenoberfläche abkühlt oder relativ kalte Luft mit Feuchtigkeit angereichert wird (z.B. Nassräume). Die Kondensationsneigung kann durch den Einsatz von Wärmeschutz-Glas, erheblich gemindert werden, da durch den verbesserten U-Wert die raumseitige Scheibenoberflächentemperatur erhöht wird.

 

Taupunkttemperatur der außenseitigen Scheibenoberfläche

 

In Einzelfällen kann es auch bei Wärmeschutz-Glas auf den außenseitigen Scheibenoberflächen zur Kondensatbildung kommen. Sie tritt am frühen Morgen bei hohem Feuchtgehalt der Außenluft auf. Die Ursache besteht darin, daß nachts wegen der hohen Wärmedämmung die Außenscheiben der Isoliergläser stark abkühlen. Diese Kondensatbildung verschwindet jedoch mit den ersten Sonnenstrahlen schnell wieder. Abhilfe wäre über einen Rollladen möglich, der außen einen zusätzlichen Schutz bietet und die Scheibenoberfläche außen vor Abkühlung schützt.

Grundsätzlich ist zu beachten, daß die Kondensatbildung sowohl auf der Raumseite als auch auf der Außenseite physikalisch und klimatisch bedingt ist.

 

Tauwassergefahr an Bauteilen

Einflüsse, die zur Verstärkung
der Tauwassergefahr dienen

Auswirkung der Einflüsse

Maßnahmen zur Verbesserung

Nachträgliches Abdichten
von Fenstern

die relative Luftfeuchtigkeit in der Wohnung steigt an, während die Temperaturverhältnisse nahezu gleich bleiben

ausreichende Lüftung, evtl. mehrmals am Tag ca. 10 Minuten Stoßlüftung; Raumlufttemperatur evtl. anheben

Reduziertes falsches Lüften

die relative Luftfeuchtigkeit steigt an, der Luftaustausch ist nicht mehr ausreichend

ausreichende Lüftung, evtl. mehrmals am Tag ca. 10 Minuten Stoßlüftung; Raumlufttemperatur evtl. anheben

Großflächige Möbel an Außenwänden

die Oberflächentemperaturen sinken wegen der geringen Konvektion der Luft an der Wandoberfläche und wegen der "raumseitigen Dämmwirkung" des Möbelstücks

Möbel möglichst nicht an Außenwände stellen, oder Dämmung der Wand verbessern

Feuchtproduktion durch Waschen, Kochen, u.a.

zeitweilig starkes Ansteigen der
relativen Luftfeuchte

z.B. Schlitze für Warmluft vom Heizkörper in Fensterbank schneiden, damit Oberflächentemperaturen ansteigen

Dichte Vorhänge am Fenster

Oberflächentemperaturen sinken ab wegen Dämmwirkung der Luftschicht

z.B. Schlitze für Warmluft vom Heizkörper in Fensterbank schneiden, damit Oberflächentemperaturen ansteigen

nahezu diffusionsdichte Wandoberfläche (z.B. Folientapete)

die Wand als Puffer zur Feuchtigkeitsaufnahme und -abgabe entfällt; deshalb größere Schwankungen der relativen Luftfeuchtigkeit

feuchtigkeitsspeichernde Materialien wie Gips, Mauerwerk, Putz, Holz einsetzen

zu geringe Wärmedämmung
der Außenwand

raumseitige Oberflächentemperatur
sinkt ab

Dämmung der Wand verbessern

Wärmebrücken

absinken der raumseitigen Oberflächen-Temperatur im Bereich der Wärmebrücken

nachträgliches Dämmen der Wärmebrücken; besser: durch richtige Konstruktion und Bauausführung Wärmebrücken vermeiden

Baufeuchtigkeit im Neubau

ständige Abgabe von Feuchtigkeit und dadurch Anstieg der relativen Luftfeuchtigkeit

für ausreichende und sachgemäße Bauaustrocknung sorgen; verstärkte Lüftung und Heizung im 1. Winter

Einbau neuer, dichterer Fenster

die relative Luftfeuchtigkeit in der Wohnung steigt an, während die Temperaturverhältnisse nahezu gleich bleiben

ausreichende Lüftung, evtl. mehrmals am Tag ca. 10 Minuten Stoßlüftung; Raumlufttemperatur evtl. anheben

Fensterbank überdeckt Heizkörper, so dass warme Luft nicht direkt in den Fensterbereich gelangt

absinken der Oberflächentemperatur

z.B. Schlitze für Warmluft vom Heizkörper in Fensterbank schneiden, damit oberflächentemperaturen ansteigen

große Einbautiefe von Fenstern
bei dickem Mauerwerk

die Konvektion im Rahmenbereich wird verringert, damit sinken die Oberflächentemperaturen

Dämmung der Bauteile verbessern

Heizkörper nicht unter dem Fenster angeordnet

Oberflächentemperaturen sinken, da der Fensterbereich nicht erwärmt wird.

Dämmung der Bauteile verbessern

Tabelle: nutzungsabhängige und baulich bedingte Tauwassergefahr an Bauteilen

 

Schimmel im Wohnraum
Beim Austausch alter Fenster mit oft höherer Fugendurchlässigkeit gegen neue Fenster mit besseren bauphysikalischen Eigenschaften kann es bei der Fenstersanierung häufig zu einer ungünstigen Verschiebung des Taupunktes kommen, mit der nachfolgenden Bildung von Feuchtigkeitsschimmel an den Wänden.

Der Grund: 
Während vorher die Luftfeuchtigkeit durch die undichten Fensterrahmen nach draußen entweichen konnte, ist dieser Weg jetzt versperrt. Wird dann noch zu selten oder zu kurz gelüftet, steigt das Risiko der Schimmelpilzbildung. Besonders häufig befallen werden die kalten Außenwände, weil die Luft auf deren Oberfläche schnell abkühlt und dabei die relative Luftfeuchtigkeit stark ansteigt. Das Wasser wiederum löst aus der Tapete organische Bestandteile, was die Schimmelbildung begünstigt.

Vermeidung: 
Durch regelmäßiges Lüften bzw. durch den Einbau einer Lüftungsanlage und zudem durch die nachträgliche Dämmung der Außenwände. Denn dadurch steigt deren Oberflächentemperatur und die Luft kann nicht mehr so stark abkühlen.


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